Obwohl es in der Nacht geregnet hatte, war es nun trocken wenn auch etwas frisch. Nach anfänglich vereinzelten Tropfen kam immer mehr die Sonne raus.
Abweichend von der altbekannten Route nach Süden wählten wir den direkten weg zur Trimburg. Das GPS führte uns über wunderschöne Straßen mit immer wieder neuen Überraschungseinlagen. Wir hatten zwar vor über kleine und kleinste Straßen zu fahren, aber es ging doch sehr häufig über die Felder.

Um die Mittagszeit machten wir eine ausgiebige Pause und legten uns fast eine Stunde auf einer Wiese voll Heu zur Ruhe. Wir waren recht weit abseits und konnten selbst vom Weg kaum gesehen werden. Allerdings konnten wir von der Wiese gut gesehen werden und von dort kam der Trecker. Leo hatte ihn gehört, ich nicht. So musste Leo mich wecken, und auch ich räumte das Feld. Der Bauer hatte zum Glück nichts gegen die Benutzung seiner Wiese und nach einem kleinen Plausch fuhr er weiter, und wir legten uns wieder hin. An schlafen war aber nicht mehr zu denken, so zogen wir dann auch weiter.

Als wir einmal wieder vom GPS über die Felder gelotst wurden kam die Krönung des Tages. Der Weg stieg an und näherte sich einem nicht unbedeutenden Wald. Es ging immer tiefer hinein und die Straße wurde zu einem Weg. Umdrehen ging nicht, denn ich hatte keinen funktionsfähigen Rückwärtsgang und drehen war in dem Gelände nicht möglich. Also weiter. Ich hoffte, dass man uns nicht erwischt. Denn obwohl kein Schild die Weiterfahrt verboten hatte, hier hatten wir definitiv nichts zu suchen. Nach einigen Kilometern kamen wir zu einem Sammelplatz für Baumstämme. Von hier an wurde der Weg wieder breiter und führte plötzlich auf eine Straße. Wir hatten es mal wieder geschafft und was ebenfalls wichtig war, es hatte uns niemand erwischt und Spaß hat es allemal gebracht.
Als es nach 350 km langsam mal an Tanken gedacht werden musste, war natürlich keine Tankstelle auf der Route und so steuerten wir einen größeren Ort an, in dem es Tankstellen gab. Das Problem lag darin, dass es mehrere Baustellen und reichlich Einbahnstraßen gab. Hier war selbst das GPS überfordert und wir wählten die herkömmliche Methode mit der Karte.
Gegen 15:00 zog es sich zu und es begann zu regnen. Kurz vor 18:00 erreichten wir unseren ausgewählten Campingplatz und schafften es noch die Zelte im Regen aufzubauen sowie einen kleinen Rundgang zu machen, bevor es aufhörte.
Wir haben 488 km geschafft, so dass es morgen nur noch gut 50 km bis zur Trimburg sind.
